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Digitale Transformation in Wirtschaft, Wissenschaft und Arbeit unterstützen
Als Landesregierung wollen wir die Weichen stellen, damit alle Unternehmen und die Beschäftigten am Wirtschaftsstandort Rheinland-Pfalz geeignete Rahmenbedingungen und Anreize für die digitale Transformation, den Einsatz digitaler Technologien und innovative Wertschöpfung erhalten. Wir unterstützen den Ausbau der digitalen Ausstattung in den Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie bei der Vernetzung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, um technologische Innovationen schneller in die Anwendung bringen zu können. Wir unterstützen die Beschäftigten dabei, die Chancen der Digitalisierung und Transformation zu nutzen und ihren beruflichen Weg selbst bestimmt zu gestalten. Wir erleichtern die Aus-, Fort- und Weiterbildung, indem wir digitale und hybride Formate fördern. Für möglichst viel Selbstbestimmung in der Arbeitswelt der Zukunft entwickeln wir den gesetzlichen Rahmen stetig fort.
Unsere Fokusthemen

Innovative Wertschöpfung
Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Rheinland-Pfalz haben ausreichend Fachkräfte und entwickeln ihre Geschäfts- und Organisationsmodelle weiter.
Damit Unternehmen in Rheinland-Pfalz im weltweiten Wettbewerb konkurrenzfähig bleiben können, müssen sie weiterhin hochwertige Güter und Dienstleistungen mithilfe neuester Technologien entwickeln. Für diese innovative Wertschöpfung „Made in Rheinland-Pfalz“ wollen wir die richtigen Rahmenbedingungen setzen und gezielte Unterstützung bereitstellen. Dafür setzen wir uns zum Ziel, dass Rheinland-Pfalz im Jahr 2030 über gut ausgebildete Fachkräfte mit sehr hohen digitalen Kompetenzen verfügt. Neben der Ausbildung von Nachwuchskräften und der konsequenten lebensbegleitenden Weiterbildung legen wir ein besonderes Augenmerk auf die Gewinnung von ausländischen Fachkräften und die Steigerung der Erwerbstätigkeit von Frauen sowie von Menschen an der Schwelle zum Arbeitsmarkt.
Daneben wollen wir das enorme Potenzial für innovative Wertschöpfung in KMU bis 2030 noch besser ausschöpfen. Wir wollen die Förderangebote für die Gründung von Start-ups und die digitale Transformation in den Betrieben ausbauen und besser zugänglich machen. Die Vernetzung zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen werden wir weiter mit dem Ziel fördern, den Transfer von digitalen Technologien aus der Forschung in die Anwendung zu beschleunigen. KI, Internet of Things (IoT) oder Quantentechnologien sollen 2030 in Rheinland-Pfalz keine abstrakten Schlagworte, sondern gelebte Realität in den Unternehmen sein. Wir setzen auf umfassende, branchenoffene und technologieneutrale Förderprogramme, mit denen wir alle Handlungsfelder der Innovationsstrategie bedienen und sowohl altbewährte Stärken des Landes – wie etwa in der Industrie oder im Handwerk – ausbauen, als auch neue, z. B. in der Kultur-, der Kreativ- oder der Gaming-Branche, erschließen können.
Zur Begleitung und Unterstützung der digitalen Transformationsprozesse entwickeln wir die Förderinstrumente bedarfsgerecht weiter und ergänzen sie um spezifische Unterstützungsmaßnahmen. Mit dem Ziel, den Wirtschaftsstandort Rheinland-Pfalz zu stärken, treiben wir die Weiterentwicklung der im Rahmen der Innovationsstrategie erfolgreich etablierten Strukturen mit einem Schwerpunkt auf die intelligente Vernetzung unterschiedlicher Akteure und Kompetenzen entlang der analogen und digitalen Wertschöpfungskette voran. Wir unterstützen die Zusammenarbeit von KMU und Wissenschaft und rücken digitale Gründungen in den Fokus.
Rheinland-Pfalz und seine Landeshauptstadt Mainz gehören zu den wichtigsten Medienstandorten in Deutschland – mit einem Schwerpunkt auf digitale Medien: Mit dem online-only Jugendangebot FUNK und den Mediatheken des ZDF und der ARD sind wichtige öffentlich-rechtliche Online-Formate hier beheimatet. Wir wollen dafür sorgen, dass die Medienmacherinnen und Medienmacher aus den unterschiedlichen Content-Disziplinen die innovativen Formate und Inhalte von morgen schaffen können. Deswegen hat die Landesregierung gemeinsam mit nationalen sowie internationalen Partnern den Medienkongress Content Convention entwickelt und gemeinsam mit dem ZDF, dem SWR und der Landesmedienanstalt RLP mit der Medienförderung Rheinland-Pfalz GmbH die Strukturen geschaffen, um innovativen Medienproduktionen gute Startbedingungen zu bieten. Wir werden den Medienstandort Rheinland-Pfalz weiter stärken und wollen Mainz zum bundesweit entscheiden den digitalen Medienstandort in Deutschland machen.

Zukunftsorientierte Forschung und Lehre
Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Rheinland-Pfalz verfügen über moderne digitale Ausstattung, Services und Prozesse sowie starke hochschulübergreifende digitale Unterstützungsstrukturen.
Wissenschaft ist das Fundament für innovative Wertschöpfung in unserer Gesellschaft und in unserer Wirtschaft. In einem engen Austausch mit den Hochschulen und Forschungseinrichtungen wollen wir dieses Fundament weiter stärken und bis 2030 die digitale Transformation in den Hochschulen und Forschungseinrichtungen voran bringen.
Ein wichtiger Ansatzpunkt dafür ist die digitale Expertise der Mitarbeitenden: Wir unterstützen die Hochschulen dabei, ihre Qualifizierungsangebote und -strukturen für die Hochschulangehörigen weiterzuentwickeln, auszubauen und zu stärken. Wir fördern Forschung und Anwendung von Zukunftstechnologien, um die Expertise der
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler u.a. in den Bereichen KI, Quantentechnologie und mit Blick auf Anwendungsfelder wie die Biotechnologie stetig weiterzuentwickeln. Dazu gehört auch die Weiterentwicklung von Computing-Infrastrukturen. Wir fördern ein umfangreiches und qualitativ hochwertiges Angebot an flexiblen, digitalen und hybriden Lehr- und Lernformaten für alle unsere Studierenden. Wir stellen die technischen Plattformen und Strukturen bereit, um Lehr- und
Lernangebote digital für verschiedene Zielgruppen anzubieten. Damit geben wir den Hochschulen die Möglichkeit, ihre Studienangebote digital anzureichern, innovative Weiterbildungsangebote zu entwickeln und offene Bildungsressourcen für die breite Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Da rüber hinaus fördern wir neue berufsbegleitende Studienangebote.
Diese Entwicklung ist nur auf Basis einer digitalen Hochschulinfrastruktur mit Unterstützung einer modernen Hochschulverwaltung und mithilfe von gut funktionierenden Dienstleistungen möglich. Daher wollen wir bis 2030 die digitale Transformation in den Hochschulbibliotheken soweit vorangebracht haben, dass sie bedarfsgerecht orts- und zeitunabhängige Angebote bereitstellen. Die internen Arbeitsprozesse in den Verwaltungen und Hochschul-Bibliotheken sollen möglichst vollständig und durchgängig digitalisiert und automatisiert sein. Die Grundlage dafür bilden moderne, bedarfsgerechte, ausfallsichere und resiliente Netzanbindungen sowie gut ausgebaute, sichere IT-Infrastrukturen. Wir unterstützen die Hochschulen dabei, die Informationssicherheit ihrer Systeme und Angebote stetig weiterzuentwickeln.

Individualisierte Qualifizierung
Erwerbspersonen nutzen flexible Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebote.
Der digitale Wandel erfordert neue Kompetenzen und erleichtert zugleich deren Erwerb. Durch die stetige Weiterentwicklung der Arbeitswelt müssen bestehende Qualifikationen und Erfahrungsschatz stets um neue Fertigkeiten erweitert werden. Damit entsteht die Notwendigkeit, Aus-, Fort- oder Weiterbildungsangebote schneller anzupassen und sich stetig weiterzubilden. Die Digitalisierung ermöglicht ein flächendeckendes und hochwertiges Aus- und Weiterbildungsangebot.
Wir setzen uns daher für die Förderung von digitalen oder hybriden Aus- und Weiterbildungsangeboten von höchster Qualität in Rheinland-Pfalz ein. Auszubildende und Erwerbspersonen sollen diese 2030 örtlich und zeitlich flexibel nutzen können – gerade auch, um den Wechsel und die Anrechnung zwischen verschiedenen Ausbildungs- und Weiterbildungsformen zu erleichtern. Insbesondere Arbeitslose, ältere Erwerbstätige oder Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen unterstützen wir durch gezielte Angebote. Wir wollen die Beratung beim Auffinden von Fördermöglichkeiten stärken. Neben der Breite und der Qualität des Angebots wollen wir auch den Zugang dazu verbessern. Darum wollen wir in Zusammenarbeit mit dem Bund bis 2030 die Weiterbildungsangebote digital besser bündeln und damit leichter auffindbar machen. Wir setzen uns dafür ein, die rechtlichen Rahmenbedingungen so anzupassen, dass es einfach möglichst, kurze und lange Phasen der Weiterbildung in die berufliche Tätigkeit und in die persönliche Lebensplanung zu integrieren.
Der Virtuelle Campus Rheinland-Pfalz (VCRP) unterstützt alle rheinland-pfälzischen Hochschulen durch seine Dienstleistungs-, Beratungs- und Koordinationsfunktion und fördert dadurch die Medienkompetenz, KI-Kompetenz, offene Bildungsressourcen (Open Educational Resources), Barrierefreiheit und die videobasierte Lehre.

Selbstbestimmtes Arbeiten
Erwerbstätige erhalten durch die Digitalisierung Unterstützung im Beruf und verfügen über einen
angepassten Arbeitsschutz.
Die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten, berufliche Tätigkeiten sinnstiftend mit viel Eigenverantwortung und großem Freiraum für Zeiteinteilung und Ortswahl zu gestalten, ohne dass es dabei zu einer Entgrenzung von Arbeit kommen muss. Im Dialog mit den Sozialpartnern wollen wir die digitale Transformation in der Arbeitswelt hinzu mehr selbstbestimmter Arbeit unterstützen. Durch die Corona-Pandemie ist gerade die Arbeit im Homeoffice zu einer neuen Realität in vielen
Betrieben geworden, die von vielen Erwerbstätigen als Fortschritt bewertet wird. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass mobiles Arbeiten und Homeoffice gefördert und in diesem Rahmen gute Arbeitsbedingungen geboten werden.
Die wichtigste Grundlage für ein selbstbestimmtes Arbeiten ist die persönliche Gesundheit. Daher wollen wir dazu beitragen, dass alle Erwerbstätigen in Rheinland-Pfalz über einen zeitgemäßen Arbeitsschutz und alle Unternehmen und Organisationen über ein betriebliches Gesundheitsmanagement verfügen, das dem Wandel der Arbeitsbedingungen durch die Digitalisierung Rechnung trägt. Erwerbspersonen sollen sich leicht darüber informieren können, wie sie ihre Gesundheit in der digitalen Arbeitswelt bewahren und stärken können. Sie sollen unabhängig von ihrer Beschäftigung ausreichende Mitbestimmungsrechte haben, um ihre Arbeitsumgebung positiv mitgestalten zu können. Wir streben eine barrierefreie Arbeitswelt an.
Deshalb unterstützen wir eine stärkere Einbindung der betrieblichen Mitbestimmung in Entscheidungsprozesse, gerade vor dem Hintergrund der Transformation. Die Einführung neuer Technologien in der Arbeitswelt soll nach einem menschenbasierten Ansatz erfolgen. Roboter, neue digitale oder KI-gestützte Assistenzsysteme (wie
etwa Chatbots) sollen dort, wo in den Betrieben und bei den Belegschaften ein entsprechender Bedarf besteht, ein fester Bestandteil des Arbeitsplatzes sein und nicht nur für höhere Produktivität, sondern auch für eine Entlastung der Erwerbstätigen sorgen. Darüber hinaus streben wir eine barrierefreie Arbeitswelt an.
Das haben wir uns vorgenommen
Bis 2025
➲ gewinnen wir zusätzliche Fachkräfte in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technologie (MINT).
➲ haben wir staatliche Förder- und Beratungsangebote für die digitale Transformation von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) und die Gründung von Start-ups ausgebaut und einfacher zugänglich gemacht.
➲ haben wir die Vernetzung zwischen Forschungsinstitutionen und Unternehmen weiter gestärkt.
➲ haben wir das Profil von Rheinland-Pfalz als digitalem Vorreiter in der Anwendung von Zukunftstechnologien geschärft.
➲ haben wir die Qualifizierungsangebote weiterentwickelt und ausgebaut, mit denen die digitale fachliche Expertise von Forschenden, Lehrenden, Mitarbeitenden sowie des wissenschaftlichen Nachwuchses an den Hochschulen weiter gestärkt wird.
➲ haben wir die technischen Rahmenbedingungen für zeitlich und räumlich flexible, digitale Bildungsangebote für Studieninteressierte weiter verbessert und die Umsetzung und den Ausbau neuer innovativer Lehrkonzepte und -angebote unterstützt.
➲ haben wir die Hochschulen noch besser dabei unterstützt, interne Prozesse und Services weiter zu digitalisieren.
➲ haben wir Weiterbildungsangebote zur Stärkung der digitalen Kompetenzen besser gebündelt und die rechtlichen Rahmenbedingungen für ihre Förderung verbessert.
➲ haben wir Aus- und Weiterbildungsangebote zur Verbesserung der digitalen Kompetenzen von Erwerbspersonen und SGB-II-Beziehenden weiter ausgebaut.
➲ haben wir den Schutz und die Mitbestimmungsmöglichkeiten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in der digitalen Arbeitswelt weiter verbessert.
➲ haben wir die Informationsangebote und Rahmenbedingungen für die Nutzung von digitalen Technologien zur Erleichterung des Arbeitsalltags verbessert.
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Ausgewählte Vorhaben des Handlungsfelds bis 2025
➲ Das Start-up Office etablieren wir als zentrale Anlaufstelle für Start-ups und stellen Wagniskapital für technologieorientierte Gründungen bereit.
➲ Wir setzen die Förderung des Virtuellen Campus Rheinland-Pfalz (VCRP) fort. Wir intensivieren darüber hinaus die länderübergreifende Vernetzung der VCRP-Plattform zur Bereitstellung und zum Austausch von offenen Bildungsmaterialien (sog. Open Educational Resources, OER) und stärken die länderübergreifende Zusammenarbeit in diesem Bereich weiter.
➲ Wir verstetigen die individuellen Coaching-Angebote, mit denen unsere Transformationsbegleiterinnen und -begleiter schon jetzt Erwerbstätige in ausgewählten Modellregionen beraten.
➲ Im Rahmen unserer Initiativen zur Arbeitsmarktintegration fördern wir, beispielsweise in Landesprojekten für Ältere (50+) oder den Digi-Scouts, die individuellen digitalen Kompetenzen von arbeitslosen Menschen im SGB II.
➲ Um Mädchen und junge Frauen für eine berufliche Karriere in den MINT-Bereichen zu begeistern, werden wir das Projekt Ada Lovelace weiterführen und in der gesamten Schulzeit weitere Angebote zur Förderung von MINT-Kompetenzen ermöglichen.
➲ Wir wollen den Medienkongress Content Convention ConCon in Mainz zur wichtigsten Austauschplattform für neuen Content, Medienthemen, Kanäle und Technologien in Deutschland machen und so die nationale und internationale Medienbranche noch stärker an den Medienstandort Rheinland-Pfalz binden.
➲ Die Innovationsagentur Rheinland-Pfalz soll sich als zentrale Anlaufstelle für KMU etabliert haben. Die Agentur wird u. a. die Sichtbarkeit von Netzwerken, Unternehmen und Ideen aus Rheinland-Pfalz unterstützten und Verbundprojekte initiieren.
