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Digitale Transformation in Wirtschaft, Wissenschaft und Arbeit unterstützen
Als Landesregierung wollen wir die Weichen stellen, damit alle Unternehmen und die Beschäftigten am Wirtschaftsstandort Rheinland-Pfalz geeignete Rahmenbedingungen und Anreize für die digitale Transformation, den Einsatz digitaler Technologien und innovative Wertschöpfung erhalten. Wir unterstützen den Ausbau der digitalen Ausstattung in den Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie bei der Vernetzung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, um technologische Innovationen schneller in die Anwendung bringen zu können. Wir unterstützen die Beschäftigten dabei, die Chancen der Digitalisierung und Transformation zu nutzen und ihren beruflichen Weg selbst bestimmt zu gestalten. Wir erleichtern die Aus-, Fort- und Weiterbildung, indem wir digitale und hybride Formate fördern. Für möglichst viel Selbstbestimmung in der Arbeitswelt der Zukunft entwickeln wir den gesetzlichen Rahmen stetig fort.

Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Rheinland-Pfalz haben ausreichend Fachkräfte und entwickeln ihre Geschäfts- und Organisationsmodelle weiter.
Damit Unternehmen in Rheinland-Pfalz im weltweiten Wettbewerb konkurrenzfähig bleiben können, müssen sie weiterhin hochwertige Güter und Dienstleistungen mithilfe neuester Technologien entwickeln. Für diese innovative Wertschöpfung „Made in Rheinland-Pfalz“ wollen wir die richtigen Rahmenbedingungen setzen und gezielte Unterstützung bereitstellen. Dafür setzen wir uns zum Ziel, dass Rheinland-Pfalz im Jahr 2030 über gut ausgebildete Fachkräfte mit sehr hohen digitalen Kompetenzen verfügt. Neben der Ausbildung von Nachwuchskräften und der konsequenten lebensbegleitenden Weiterbildung legen wir ein besonderes Augenmerk auf die Gewinnung von ausländischen Fachkräften und die Steigerung der Erwerbstätigkeit von Frauen sowie von Menschen an der Schwelle zum Arbeitsmarkt.
Daneben wollen wir das enorme Potenzial für innovative Wertschöpfung in KMU bis 2030 noch besser ausschöpfen. Wir wollen die Förderangebote für die Gründung von Start-ups und die digitale Transformation in den Betrieben ausbauen und besser zugänglich machen. Die Vernetzung zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen werden wir weiter mit dem Ziel fördern, den Transfer von digitalen Technologien aus der Forschung in die Anwendung zu beschleunigen. KI, Internet of Things (IoT) oder Quantentechnologien sollen 2030 in Rheinland-Pfalz keine abstrakten Schlagworte, sondern gelebte Realität in den Unternehmen sein. Wir setzen auf umfassende, branchenoffene und technologieneutrale Förderprogramme, mit denen wir alle Handlungsfelder der Innovationsstrategie bedienen und sowohl altbewährte Stärken des Landes – wie etwa in der Industrie oder im Handwerk – ausbauen, als auch neue, z. B. in der Kultur-, der Kreativ- oder der Gaming-Branche, erschließen können.
Zur Begleitung und Unterstützung der digitalen Transformationsprozesse entwickeln wir die Förderinstrumente bedarfsgerecht weiter und ergänzen sie um spezifische Unterstützungsmaßnahmen. Mit dem Ziel, den Wirtschaftsstandort Rheinland-Pfalz zu stärken, treiben wir die Weiterentwicklung der im Rahmen der Innovationsstrategie erfolgreich etablierten Strukturen mit einem Schwerpunkt auf die intelligente Vernetzung unterschiedlicher Akteure und Kompetenzen entlang der analogen und digitalen Wertschöpfungskette voran. Wir unterstützen die Zusammenarbeit von KMU und Wissenschaft und rücken digitale Gründungen in den Fokus.
Rheinland-Pfalz und seine Landeshauptstadt Mainz gehören zu den wichtigsten Medienstandorten in Deutschland – mit einem Schwerpunkt auf digitale Medien: Mit dem online-only Jugendangebot FUNK und den Mediatheken des ZDF und der ARD sind wichtige öffentlich-rechtliche Online-Formate hier beheimatet. Wir wollen dafür sorgen, dass die Medienmacherinnen und Medienmacher aus den unterschiedlichen Content-Disziplinen die innovativen Formate und Inhalte von morgen schaffen können. Deswegen hat die Landesregierung gemeinsam mit nationalen sowie internationalen Partnern den Medienkongress Content Convention entwickelt und gemeinsam mit dem ZDF, dem SWR und der Landesmedienanstalt RLP mit der Medienförderung Rheinland-Pfalz GmbH die Strukturen geschaffen, um innovativen Medienproduktionen gute Startbedingungen zu bieten. Wir werden den Medienstandort Rheinland-Pfalz weiter stärken und wollen Mainz zum bundesweit entscheiden den digitalen Medienstandort in Deutschland machen.
Ausblick:
Bis Ende 2027 haben wir weitere Plattformen und Austauschformate geschaffen, um KMU Zugang zu digitaler Expertise aus Wissenschaft und Wirtschaft zu ermöglichen.
➲ Um kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Rheinland-Pfalz den Zugang zu digitaler Expertise aus Wissenschaft und Wirtschaft nachhaltig zu erleichtern, ist der Ausbau von Plattformen und Austauschformaten essenziell. Der InnoHub der Innovationsagentur RLP spielt hierbei eine zentrale Rolle: Er fungiert als Knotenpunkt für Wissenstransfer, Vernetzung und die gezielte Vermittlung von Innovationsimpulsen. Durch den InnoHub werden KMU mit Expertinnen und Experten aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Technologieunternehmen zusammen gebracht – etwa in Form von Innovationssprechstunden, Workshops, Matching-Events oder themenspezifischen Foren zu Digitalisierung, KI und Datenökonomie.
➲ Zusätzlich sind bis 2027 weitere regelmäßige Veranstaltungsformate geplant – wie etwa ein regelmäßiger Innovationskongress sowie branchen spezifische Veranstaltungen, die gezielt auf aktuelle Herausforderungen
und Bedarfe der KMU eingehen. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, den Wissenstransfer zu verstetigen, die digitale Transformation im Mittel stand voranzutreiben und neue Kooperationen zu ermöglichen.
➲ Mit der Förderung des KI-Lotsen im Bereich Life Sciences und Mobilität stärken wir die Informations-, Vernetzungs- und Austauschangebote an den Nahtstellen der Anwendungsbereiche KI und Life Sciences in Wissenschaft und Wirtschaft.
Bis Ende 2027 haben wir die Umsetzung der gemeinsamen Vision der Technologiezentren mit Landesbeteiligung durch regelmäßige Austauschformate gesteigert und dadurch die Sichtbarkeit für technologieorientierte Unternehmen und Start-ups erhöht.
➲ Die regelmäßigen Austauschformate zur Umsetzung der gemeinsamen Vision der technologieorientierten Gründerzentren mit Landesbeteiligung stärken die Zusammenarbeit der Standorte in Mainz, Ludwigshafen, Koblenz und Kaiserslautern und erhöhen gleichzeitig ihre Sichtbarkeit nach außen. Ziel ist es, technologieorientierten Unternehmen und Start-ups unter exzellenten Standortbedingungen die Möglichkeit zu geben, sich weiterzuentwickeln und den digitalen Wandel aktiv für neue Geschäftsfelder zu nutzen.
➲ In einer zunehmend komplexen und international vernetzten Wissensökonomie ist die Kooperation in leistungsfähigen Netzwerken entscheidend für Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit. Die Technologie- und Gründerzentren in Rheinland-Pfalz bieten dafür einen idealen Rahmen: Sie verbinden Gründerinnen und Gründer mit relevanten Akteuren aus Wirtschaft und Wissenschaft, fördern den Erfahrungsaustausch und schaffen ein innovationsfreundliches Umfeld.
➲ Durch gemeinsame Veranstaltungsformate, Workshops und gezielte Netzwerkinitiativen wird der Austausch intensiviert und die technologische Kompetenz der Standorte sichtbar gemacht. So leisten die Zentren
einen wichtigen Beitrag zur Innovationsdynamik und Standortattraktivität in Rheinland-Pfalz.
Bis Ende 2027 haben wir für innovative Unternehmen und Startups den Zugang zu Kapital und Expertise weiter verbessert, um ihnen bessere Chancen bei der Erschließung neuer Märkte zu ermöglichen.
➲ Der Zugang zu Kapital und Expertise ist ein zentraler Erfolgsfaktor für die Entwicklung und Skalierung innovativer Unternehmen und Startups. Um diesen Zugang in Rheinland-Pfalz gezielt zu verbessern, bauen die
Innovationsagentur RLP und das Startup Office ihre Aktivitäten bis 2027strategisch aus. Durch den weiteren Ausbau von Matching-Formaten zwischen Startups und Investorinnen und Investoren sowie die Unterstüt
zung von B2B-Kontakten mit Mittelständlern – etwa über Pitch-Events, Investorenrunden und gezielte Netzwerkveranstaltungen – wollen wir junge, wachstumsorientierte Unternehmen besser mit Kapitalgebern
vernetzen. Ergänzt wird dies durch individuelle Begleitung bei der Vorbereitung auf Förderprogramme, Finanzierungsrunden oder Business-Angel-Investments.

Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Rheinland-Pfalz verfügen über moderne digitale Ausstattung, Services und Prozesse sowie starke hochschulübergreifende digitale Unterstützungsstrukturen.
Wissenschaft ist das Fundament für innovative Wertschöpfung in unserer Gesellschaft und in unserer Wirtschaft. In einem engen Austausch mit den Hochschulen und Forschungseinrichtungen wollen wir dieses Fundament weiter stärken und bis 2030 die digitale Transformation in den Hochschulen und Forschungseinrichtungen voran bringen.
Ein wichtiger Ansatzpunkt dafür ist die digitale Expertise der Mitarbeitenden: Wir unterstützen die Hochschulen dabei, ihre Qualifizierungsangebote und -strukturen für die Hochschulangehörigen weiterzuentwickeln, auszubauen und zu stärken. Wir fördern Forschung und Anwendung von Zukunftstechnologien, um die Expertise der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler u.a. in den Bereichen KI, Quantentechnologie und mit Blick auf Anwendungsfelder wie die Biotechnologie stetig weiterzuentwickeln. Dazu gehört auch die Weiterentwicklung von Computing-Infrastrukturen. Wir fördern ein umfangreiches und qualitativ hochwertiges Angebot an flexiblen, digitalen und hybriden Lehr- und Lernformaten für alle unsere Studierenden. Wir stellen die technischen Plattformen und Strukturen bereit, um Lehr- und Lernangebote digital für verschiedene Zielgruppen anzubieten. Damit geben wir den Hochschulen die Möglichkeit, ihre Studienangebote digital anzureichern, innovative Weiterbildungsangebote zu entwickeln und offene Bildungsressourcen für die breite Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Da rüber hinaus fördern wir neue berufsbegleitende Studienangebote.
Diese Entwicklung ist nur auf Basis einer digitalen Hochschulinfrastruktur mit Unterstützung einer modernen Hochschulverwaltung und mithilfe von gut funktionierenden Dienstleistungen möglich. Daher wollen wir bis 2030 die digitale Transformation in den Hochschulbibliotheken soweit vorangebracht haben, dass sie bedarfsgerecht orts- und zeitunabhängige Angebote bereitstellen. Die internen Arbeitsprozesse in den Verwaltungen und Hochschul-Bibliotheken sollen möglichst vollständig und durchgängig digitalisiert und automatisiert sein. Die Grundlage dafür bilden moderne, bedarfsgerechte, ausfallsichere und resiliente Netzanbindungen sowie gut ausgebaute, sichere IT-Infrastrukturen. Wir unterstützen die Hochschulen dabei, die Informationssicherheit ihrer Systeme und Angebote stetig weiterzuentwickeln.
Ausblick:
Bis Ende 2027 sind die in der Landesstrategie zur Erhöhung der Informationssicherheit an den Hochschulen in Rheinland-Pfalz verabredeten Kooperationsstrukturen etabliert und die Hochschulen auf dem Weg zur Etablierung eines BSI-Grundschutzes bis 2030 messbar vorangekommen.
➲ Das Land stellt den Hochschulen entsprechende Personalmittel bereit, sodass jede Hochschule bis 2027 einen Informationssicherheitsbeauftragten bzw. eine Informationssicherheitsbeauftragte einstellen kann.
➲ Das Land baut das neue hochschulübergreifende Beratungs- und Servicezentrum Informationssicherheit („RARP SIS“) auf, welches die Hochschulen zu Fragen der Informationssicherheit berät und unterstützt. Die
Informationssicherheitsbeauftragten etablieren einen Ausschuss, in dem ein gemeinsames Monitoring-System erarbeitet wird, um den Fortschritt der Hochschulen bei der Umsetzung der Landesstrategie zur Erhöhung
der Informationssicherheit an den Hochschulen in Rheinland-Pfalz messen zu können.
Bis Ende 2027 haben wir die strategischen hochschulübergreifenden Handlungsbedarfe zur Nutzung und Weiterentwicklung Künstlicher Intelligenz an den Hochschulen identifiziert und erste Umsetzungsmaßnahmen abgestimmt.
➲ Im Rahmen des Hochschulforums Rheinland-Pfalz setzen wir eine Beratungsgruppe KI ein, um strategische hochschulübergreifende Handlungsbedarfe im Bereich KI in Lehre und Verwaltung zu identifizieren.
Bis Ende 2027 haben wir die Standorte von Hochschulbibliotheken des Landes, an denen die Radio-Frequency Identification (RFID)-Technologie eingesetzt wird, um 50% gesteigert (zum Stand 2024).
➲ Durch die Einführung der Radio-Frequency-Identification (RFID)-Technologie verbessern wir den Service für die Nutzerinnen und Nutzer durch schnellere Ausleih- und Rückgabevorgänge und können die innerbetrieblichen Abläufe digitaler gestalten und somit das Personal entlasten.
Individualisierte Qualifizierung
Erwerbspersonen nutzen flexible Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebote.
Der digitale Wandel erfordert neue Kompetenzen und erleichtert zugleich deren Erwerb. Durch die stetige Weiterentwicklung der Arbeitsweltmüssen bestehende Qualifikationen und Erfahrungsschatz stets um neue Fertigkeiten erweitert werden. Damit entsteht die Notwendigkeit, Aus-, Fort- oder Weiterbildungsangebote schneller anzupassen und sich stetig weiterzubilden. Die Digitalisierung ermöglicht ein flächendeckendes und
hochwertiges Aus- und Weiterbildungsangebot.
Wir setzen uns daher für die Förderung von digitalen oder hybriden Aus- und Weiterbildungsangeboten von höchster Qualität in Rheinland-Pfalz ein. Auszubildende und Erwerbspersonen sollen diese 2030 örtlich und zeitlich flexibel nutzen können – gerade auch, um den Wechsel und die Anrechnung zwischen verschiedenen Ausbildungs- und Weiterbildungsformen zu erleichtern. Insbesondere Arbeitslose, ältere Erwerbstätige
oder Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen unterstützen wir durch gezielte Angebote. Wir wollen die Beratung beim Auffinden von Fördermöglichkeiten stärken.
Neben der Breite und der Qualität des Angebots wollen wir auch den Zugang dazu verbessern. Darum wollen wir in Zusammenarbeit mit dem Bund bis 2030 die Weiterbildungsangebote digital besser bündeln und damit leichter auffindbar machen. Wir setzen uns dafür ein, die rechtlichen Rahmenbedingungen so anzupassen, dass es einfach möglich ist, kurze und lange Phasen der Weiterbildung in die berufliche Tätigkeit und in die
persönliche Lebensplanung zu integrieren. Der Virtuelle Campus Rheinland-Pfalz (VCRP) unterstützt alle rheinland-pfälzischen Hochschulen durch seine Dienstleistungs-, Beratungs- und Koordinationsfunktion und fördert dadurch die Medienkompetenz, KI-Kompetenz, offene Bildungsressourcen (Open Educational Resources), Barrierefreiheit und die videobasierte Lehre.
Ausblick
Das Land arbeitet gemeinsam mit den Hochschulen daran, dass die Hochschulen künftig wichtige Geschäftsprozesse über E-Payment ab wickeln können.
➲ Durch die Ermöglichung von E-Payment im Hochschulbereich wird die Vorrausetzung für die Microlearning-Plattform im Bereich der wissen schaftlichen Weiterbildung geschaffen. Der VCRP wird gemeinsam mit dem Zentrum für Fernstudien im Hochschulverbund (ZFH) diese Plattform etablieren und die Inhalte ausbauen, um den Transfer zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zu fördern.
Bis Ende 2027 sind die Nutzendenzahlen der E-Learning-Plattform TN-Wissen RLP um 15 % gestiegen. Zudem wird angestrebt, die durch schnittliche Anzahl der bearbeiteten Kurse von 61 % auf 66 % zu er
höhen. Darüber hinaus werden sechs neue Lerninhalte und zwei weitere Lernprogramme erstellt.
➲ Die E-Learning- Plattform TN-Wissen RLP ist ein preisgekröntes und zentrales Management-Werkzeug für den Tourismus in RLP im Bereich Wissensmanagement und zum Aufbau von digitalem Wissen und Mindset. Sie zahlt damit direkt auf die Ziele der Tourismusstrategie RLP und die Digitalisierungsoffensive im Tourismus RLP ein. Die E-Learning-Plattform wird von der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH betrieben und durch
das Land gefördert.
Bis Ende 2027 hat ein Austausch zwischen den Betreibern der E-Learning-Plattform TN-Wissen RLP und der digitalen Plattform Weiterbildungsportal RLP stattgefunden, um gegenseitig voneinander zu lernen und Anknüpfungspunkte zu finden.
➲ Im Zuge des Austausches wird geprüft, inwiefern Synergien genutzt werden können. Bis 2027 unterstützen wir Menschen im SGB II-Bezug beim Ausbau ihrer digitalen Kompetenzen und halten dabei die Anzahl der bestehenden Angebote konstant hoch.
➲ Um die digitalen Fähigkeiten von SGB II-Beziehenden zu stärken und den Zugang zu Online-Angeboten der Jobcenter zu erleichtern, wurden bereits in 2024 die „Digi-Scouts“ landesweit in den teilnehmenden Jobcentern installiert. Aufgrund der positiven Rückmeldungen der Teilnehmenden und des weiterhin bestehenden Bedarfs an der individuellen Beratung und Schulung wird der Förderansatz weitergeführt.
➲ Mit den Projekten aus dem ESF+-Förderansatz „Perspektiven eröffnen Plus“ werden u.a. die digitalen Kompetenzen gefördert, um Langzeitleistungsbezug entgegenzuwirken und mittelfristig die Chancen auf eine
Vermittlung in Arbeit zu verbessern.
➲ Auch in den Projekten für ältere SGB-II-Beziehende (50+) legen wir einen Fokus auf die Erweiterung und den Ausbau von digitalen Kompetenzen sowie den Abbau von Ängsten und Vorbehalten gegen digitale Angebote.
Selbstbestimmtes Lernen
Erwerbstätige erhalten durch die Digitalisierung Unterstützung im Beruf und verfügen über einen angepassten Arbeitsschutz.
Die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten, berufliche Tätigkeiten sinnstiftend mit viel Eigenverantwortung und großem Freiraum für Zeiteinteilung und Ortswahl zu gestalten, ohne dass es
dabei zu einer Entgrenzung von Arbeit kommen muss. Im Dialog mit den Sozialpartnern wollen wir die digitale Transformation in der Arbeitswelt hinzu mehr selbstbestimmter Arbeit unterstützen. Durch die Corona-Pandemie ist gerade die Arbeit im Homeoffice zu einer neuen Realität in vielen Betrieben geworden, die von vielen Erwerbstätigen als Fortschritt bewertet wird. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass mobiles Arbeiten und Homeoffice gefördert und in diesem Rahmen gute Arbeitsbedingungen geboten werden.
Die wichtigste Grundlage für ein selbstbestimmtes Arbeiten ist die persönliche Gesundheit. Daher wollen wir dazu beitragen, dass alle Erwerbstätigen in Rheinland-Pfalz über einen zeitgemäßen Arbeitsschutz und alle Unternehmen und Organisationen über ein betriebliches Gesundheitsmanagement verfügen, das dem Wandel der Arbeitsbedingungen durch die Digitalisierung Rechnung trägt. Erwerbspersonen sollen sich leicht darüber
informieren können, wie sie ihre Gesundheit in der digitalen Arbeitswelt bewahren und stärken können. Sie sollen unabhängig von ihrer Beschäftigung ausreichende Mitbestimmungsrechte haben, um ihre Arbeitsumgebung positiv mitgestalten zu können. Wir streben eine barrierefreie Arbeitswelt an.
Deshalb unterstützen wir eine stärkere Einbindung der betrieblichen Mitbestimmung in Entscheidungsprozesse, gerade vor dem Hintergrund der Transformation. Die Einführung neuer Technologien in der Arbeitswelt soll nach einem menschenbasierten Ansatz erfolgen. Roboter, neue digitale oder KI-gestützte Assistenzsysteme (wie etwa Chatbots) sollen dort, wo in den Betrieben und bei den Belegschaften ein entsprechender Bedarf besteht, ein fester Bestandteil des Arbeitsplatzes sein und nicht nur für höhere Produktivität, sondern auch für eine Entlastung der Erwerbstätigen sorgen. Darüber hinaus streben wir eine
barrierefreie Arbeitswelt an.
Ausblick
Bis Ende 2027 werden wir die digitalen Angebote der Ressorts der Landesregierung Rheinland-Pfalz und der Partner der Fachkräftestrategie bündeln und einen Kompetenzverbund für Weiterbildung in der digitalen Transformation für Menschen, Unternehmen und Bildungseinrichtungen bilden.
➲ Mit den vielfältigen Informationen und Weiterbildungsmaßnahmen werden die Menschen nachhaltig befähigt, wovon auch die Unternehmen profitieren. Zugleich hilft die Vernetzung den Bildungsträgern und
Einrichtungen ihre Angebote zu etablieren. Berufliche und allgemeine Weiterbildung, Digitalkompetenzen für Menschen und Unternehmen, E-Learning, Nachhaltigkeit und vieles mehr: Hier bietet das Weiterbildungsportal Rheinland-Pfalz ein breites Portfolio.
Bis Ende 2027 informieren und unterstützen wir Unternehmen und ihre Beschäftigten bei der menschenzentrierten Einführung und Nutzung von digitalen Techniken und insbesondere von KI. Wir coachen die Beschäftigten im Rahmen der ESF+-geförderten Transformationsbegleitung, zeigen Qualifizierungswege auf und fördern Betriebe und Beschäftigte in der Weiterbildung.
➲ Wir wollen, dass in einer digitalisierten Arbeitswelt die Chancen fair erschlossen, Qualifizierung vorausschauend ausgerichtet und Arbeitsplätze zukunftsfest gestaltet werden, sodass wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und soziale Verantwortung Hand in Hand gehen.
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Ausgewählte Vorhaben des Handlungsfelds bis 2025
➲ Das Start-up Office etablieren wir als zentrale Anlaufstelle für Start-ups und stellen Wagniskapital für technologieorientierte Gründungen bereit.
➲ Wir setzen die Förderung des Virtuellen Campus Rheinland-Pfalz (VCRP) fort. Wir intensivieren darüber hinaus die länderübergreifende Vernetzung der VCRP-Plattform zur Bereitstellung und zum Austausch von offenen Bildungsmaterialien (sog. Open Educational Resources, OER) und stärken die länderübergreifende Zusammenarbeit in diesem Bereich weiter.
➲ Wir verstetigen die individuellen Coaching-Angebote, mit denen unsere Transformationsbegleiterinnen und -begleiter schon jetzt Erwerbstätige in ausgewählten Modellregionen beraten.
➲ Im Rahmen unserer Initiativen zur Arbeitsmarktintegration fördern wir, beispielsweise in Landesprojekten für Ältere (50+) oder den Digi-Scouts, die individuellen digitalen Kompetenzen von arbeitslosen Menschen im SGB II.
➲ Um Mädchen und junge Frauen für eine berufliche Karriere in den MINT-Bereichen zu begeistern, werden wir das Projekt Ada Lovelace weiterführen und in der gesamten Schulzeit weitere Angebote zur Förderung von MINT-Kompetenzen ermöglichen.
➲ Wir wollen den Medienkongress Content Convention ConCon in Mainz zur wichtigsten Austauschplattform für neuen Content, Medienthemen, Kanäle und Technologien in Deutschland machen und so die nationale und internationale Medienbranche noch stärker an den Medienstandort Rheinland-Pfalz binden.
➲ Die Innovationsagentur Rheinland-Pfalz soll sich als zentrale Anlaufstelle für KMU etabliert haben. Die Agentur wird u. a. die Sichtbarkeit von Netzwerken, Unternehmen und Ideen aus Rheinland-Pfalz unterstützten und Verbundprojekte initiieren.
