© AleksandarNakic@iStock

Digitale Chancen für den Klima- und Umweltschutz nutzen
Mit den im Zuge der Digitalisierung generierten und ressortübergreifend vernetzten Daten sorgen wir für Transparenz auf dem Weg zur Erreichung der Klimaziele und für gute Rahmenbedingungen für unsere Städte und Gemeinden, um mit den Folgen des Klimawandels umgehen zu können. Wir sensibilisieren die Menschen für den Beitrag, den sie zum Klima- und Umweltschutz leisten können, fördern die Energie- und Mobilitätswende sowie die Digitalisierung der Energieinfrastrukturen und unterstützen Unternehmen dabei, ihre Energieeffizienz zu steigern und ressourcenschonend zu produzieren. Unsere eigenen Gebäude statten wir mit effizienterem Energie- management aus. Relevante Planungs- und Genehmigungsverfahren gestalten wir digital.
Unsere Fokusthemen

Wirkungsorientierte Steuerung
Politik und Verwaltung nutzen digitale Daten zur Intensivierung des Klimaschutzes und der nachhaltigen Entwicklung.
Umfassende Datenanalysen tragen dazu bei, neue Erkenntnisse zu gewinnen, Zusammenhänge besser zu verstehen, das Verwaltungshandeln zu optimieren und die politische Steuerung zu unter stützen. Darauf aufbauend wollen wir in Rheinland-Pfalz das anwachsende Potenzial der vorhandenen Umweltdaten nutzen, um die Fortschritte beim Erreichen der Klimaziele transparent zu machen und unsere Maßnahmen zum Klima- und Umweltschutz wirkungsorientiert auszurichten.
Der Bestand an digitalen Daten wächst durch ressortübergreifende Vernetzung. Das machen wir, indem wir relevante Verwaltungsprozesse und Berichtspflichten fortlaufend digitalisieren, die Bereitstellung der Daten in maschinenlesbarer Form vorantreiben und standardisierte Schnittstellen schaffen. Mithilfe von Dashboards wollen wir die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen leicht erfassbar visualisieren und damit eine transparente Grundlage für strategische Entscheidungen im Klimaschutz ausbauen. Darüber hinaus arbeiten wir daran, dass die wirkungs- orientierte Steuerung mit Hilfe digitaler Datenbestände auf weitere Umweltbereiche ausgeweitet werden. Damit wollen wir die Voraussetzungen für ein datengestütztes Monitoring der Fortschritte unserer Nachhaltigkeitsziele schaffen.

Vorsorge und Schutzmaßnahmen
Daten und Modelle sensibilisieren für Eigenvorsorge und dienen als Grundlage für staatliche Schutzmaßnahmen.
Die systematische Verwertung von Daten spielt im Bereich der Klimafolgenanpassung eine zentrale Rolle. Mithilfe innovativer Technologien können Prognosen, Simulationen und Visualisierungen die notwendigen Schritte zur Anpassung an die Klimafolgen aufzeigen. In Rheinland-Pfalz werden extreme Wetterereignisse als Folge der Klimaveränderung zunehmen. Vorhersagemodelle sind zentrale digitale Werkzeuge, um für die Eigenvorsorge zu sensibilisieren und staatliche Schutzmaßnahmen zu planen sowie im Ernstfall fundiert die Entscheidungsfindungen des Katastrophenschutzes unterstützen zu können. Künftig wollen wir verstärkt Echtzeit-Daten in die Modelle einbinden. Auch für die klimaangepasste Gestaltung unserer Städte und Gemeinden, die Landwirtschaft oder die Bewahrung der Biodiversität gewinnen Klima- und Vorhersagemodelle zunehmend an Bedeutung, um bspw. im Bereich Hitze- und Dürre-Management Handlungsbedarfe frühzeitig identifizieren zu können.

Nachhaltige Ressourcennutzung
Bürgerinnen und Bürger nutzen digitale Informations- und Beteiligungsangebote für Klima- und Umweltschutz.
Einen großen Beitrag zum Umwelt- und Naturschutz in Rheinland-Pfalz können wir alle als Bürgerinnen und Bürger sowie als Verbraucherinnen und Verbraucher leisten. Mit der Wahl unserer Lebens- und Verkehrsmittel, mit unserem Energieverbrauch und im Umgang mit natürlichen Ressourcen entscheiden wir tagtäglich darüber mit, wie schnell sich unser Planet erwärmt oder sich unsere Umwelt verändert. Daher wollen wir künftig noch stärker digitale Möglichkeiten nutzen, um die Bürgerinnen und Bürger über Ursache-Wirkungszusammenhänge zwischen menschlichem Handeln und den Folgen für die Umwelt zu informieren und die Wissensbasis für ihre persönlichen Handlungsoptionen zum Klima- und Umweltschutz auszuweiten. Auch Beteiligungsmöglichkeiten, um sich aktiv beim Umwelt- und Klimaschutz einzubringen, wollen wir leichter zugänglich machen.

Hohe Ressourceneffizienz
Die intelligente Vernetzung in allen Bereichen des Klima- und Umweltschutzes, bspw. Energie, Mobilität, Gebäude und Produktion, reduziert den Verbrauch von Ressourcen.
Um unsere ambitionierten Klimaziele zu erreichen, wollen wir durch den gezielten Einsatz digitaler Technologien dazu beitragen, dass Ressourcen effizienter eingesetzt und damit Emissionen vermieden werden können. Dabei wollen wir darauf achten, die Digitalisierung selbst möglichst energie- und ressourcenschonend zu gestalten.
Mit Blick auf unser Ziel der klimaneutralen Landesverwaltung 2030 steht gerade der Bereich der Landesliegenschaften im Fokus. Da die 4+1-Strategie4 für diese Liegenschaften vier baulich-technische Bereiche untrennbar mit dem „+1-Bereich“ der Digitalisierung und Prozesse verknüpft, liegt hier eine maximale gegenseitige Vermaschung zwischen Klimaschutz, Technik und Digitalisierung vor. So wollen wir unsere Bestandsimmobilien digital ertüchtigen und den Einsatz von Smart-Building-Technologien ausweiten. Darüber hinaus werden wir verstärkt auf die Serialisierung der energetischen Sanierung setzen. In Zukunft werden wir für Planung, Bau und Betrieb unserer Gebäude zudem Building Information Modeling (BIM) einsetzen. Zugleich werden wir durch ein digitales Flächenmanagement die vorhandenen Büro- und Arbeitsflächen effektiver nutzen und damit unseren Flächenbedarf reduzieren. Ganz im Sinne des Suffizienzgedankens wollen wir deshalb bis 2030 so wenig neue Gebäude wie möglich bauen. Verstärktes Energiemanagement in intelligenter Koppelung mit verstärkter Gewinnung Erneuerbarer Energien sorgen für eine klimaneutrale Jahresbilanz im Liegenschaftsbereich und unterstreichen die Vorbildwirkung des Landes.
Wir wollen auch unsere Wirtschaft auf dem Weg zur Klimaneutralität unterstützen, damit die Unternehmen die Energiewende vorantreiben und gleichzeitig ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten. Durch die Förderung von Beratungsleistungen und Netzwerken wollen wir auch weiterhin das Wissen über die Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen in den Unternehmen stärken und den Ausbau ressourcenoptimierender Produktionsverfahren unterstützen. Über das digitale Agrarportal stellen wir alle staatlichen freiverfügbaren Daten und Informationen, die für die Landwirtschaft relevant sind, zur Verfügung und treiben damit das Precision Farming voran. Diese Aktivitäten werden wir in Zukunft weiter ausbauen, um eine noch klima- und ressourcenschonendere sowie an den Klimawandel angepasste Landbewirtschaftung zu fördern.
Wir wollen den Verkehr energieeffizienter gestalten, indem wir die Transformation zur Elektromobilität und den Einsatz intelligenter Verkehrs- und Logistiksysteme fördern und den Verkehrs- und Energiesektor digital verzahnen. Zudem wollen wir durch die Digitalisierung Mobilitätsangebote attraktiver gestalten und uns für eine gebündelte und offene Bereitstellung von Mobilitätsdaten auf allen wichtigen Plattformen stark machen. Darüber hinaus wollen wir durch digitale Maßnahmen den berufsbedingten Pendelverkehr deutlich reduzieren.
Der Bruttostromverbrauch in Rheinland-Pfalz soll bis zum Jahr 2030 bilanziell zu 100 v. H. durch Strom aus Erneuerbaren Energien gedeckt werden. Ein bilanziell klimaneutrales Energieversorgungssystem auf Basis in Rheinland-Pfalz erzeugter Erneuerbarer Energien erfordert die grundlegende Digitalisierung und Flexibilisierung der Energie- infrastrukturen. Dafür müssen intelligente Messsysteme (Smart Meter), ein gebunden in intelligente Netzstrukturen (Smart Grids), die technische Voraussetzung erbringen. Durch Green-IT werden wir bis 2030 den Betrieb unserer IT-Infrastruktur weiterhin energie- und ressourceneffizient organisieren und damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Während die Rechenzentren des Landesbetriebs Daten und Informationen (LDI) schon heute mit erneuerbaren Energien betrieben werden, wollen wir künftig auch bei den Hochschulrechenzentren auf den flächendeckenden Einsatz von Ökostrom hinwirken. Um den Energieverbrauch weiter zu reduzieren, überprüfen wir unsere Infrastruktur regelmäßig auf Effizienzpotenziale, treiben die Zentralisierung, Standardisierung und Konsolidierung der IT-Anwendungen voran und achten bei der Beschaffung von Hard- und Software-Produkten weiterhin auf deren Nachhaltigkeit. Wir wollen ein intelligentes Energiemanagement und neue Technologien zur Datenspeicherung einführen sowie bei unseren Rechenzentren die klimafreundliche Kühlung und die Nutzung der Abwärme verbessern.

Innovation fördern
Mithilfe der Digitalisierung von Prozessen und neuen Kooperationsformen können Politik und Verwaltung klima- und umweltrelevante Projekte schneller umsetzen.
Bis 2030 wollen wir in Rheinland-Pfalz zahlreiche klima- und umweltrelevante Projekte umsetzen. Hierzu gehören vor allem der schnellere Ausbau Erneuerbarer Energien, die Mobilitäts- und Wärmewende, die CO2-Neutralität industrieller Prozesse sowie die Klimaneutralität der Landesverwaltung. Daher werden wir in diesen Bereichen alle relevanten Planungs- und Genehmigungsverfahren unter Wahrung von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen sowie sicherheitspolitischer Erwägungen durchgängig digitalisieren, um so die Antragstellung zu vereinfachen, Prozesse zu beschleunigen und die Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter zu entlasten.
Digitalisierung bedeutet für uns, stets auch die verfahrensrechtlichen Regularien auf Optimierungsmöglichkeiten hin zu untersuchen. Durch den Einsatz innovativer daten- und plattformbasierter Lösungen wollen wir nicht nur die Einbindung der Träger öffentlicher Belange effizienter gestalten, sondern auch die Potenziale für automatisierte, regelbasierte Prüfungen erschließen. Vor allem von der Einführung von BIM erwarten wir uns deutliche Effizienzsteigerungen bei Planungs- und Genehmigungsprozessen. Der verbesserte Informationsfluss und die interdisziplinäre Zusammenarbeit („Kollaboration“) zwischen den Projektbeteiligten führen zu höherer Transparenz, fundierteren Entscheidungsgrundlagen und reduziertem Abstimmungsaufwand. Darüber hinaus wollen wir die Beteiligungsmöglichkeiten der Öffentlichkeit digitalisieren, um diese nutzerfreundlicher und transparenter zu gestalten.
Für die schnelle Umsetzung von klima- und umweltrelevanten Projekten ist es wichtig, dass wir die hierfür erforderlichen Informationen digital zur Verfügung stellen. Darüber hinaus werden wir unser Geoportal weiter ausbauen und bis 2030 darauf hinwirken, dass alle Regionalpläne, Flächennutzungspläne und Bebauungspläne digital zur Verfügung stehen. Damit die von der Landesregierung bereitgestellten Fördermittel schnell und einfach abgerufen werden können, wollen wir künftig auf einer Fördermittelplattform die Informationen gebündelt und nutzerfreundlich bereitstellen. Zudem werden wir bis 2030 die digitale Antragstellung, Bearbeitung und Dokumentation auf alle relevanten Förderverfahren ausweiten, um eine zügige Umsetzung von Projekten zu ermöglichen.
Das haben wir uns vorgenommen
Bis 2025
➲ haben wir das Controlling für den Klimaschutz digitalisiert, um die Klimaziele des Landes sowie die Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept besser überwachen und rechtzeitig nachsteuern zu können.
➲ sind erste Vorhersage- und Steuerungsmodelle etabliert, um den Folgen des Klimawandels zu begegnen und vor Risiken zu schützen.
➲ sind zusätzliche, relevante Informationen zum Klima- und Umweltschutz webbasiert und damit leicht zugänglich und nutzerorientiert aufbereitet, um über Maßnahmen und Beteiligungsmöglichkeiten zu informieren.
➲ gibt es digitale Lernangebote und digitale Anwendungen, die den eigenen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz sichtbar bzw. messbar machen.
➲ haben Digitalisierungsmaßnahmen in den Sektoren Industrie sowie Landwirtschaft zur Verbesserung der Ressourceneffizienz und damit zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes beigetragen.
➲ haben wir durch ein besseres Energiemanagement und den Einsatz von Lösungen des Building Information Modeling (BIM) die Energie- und Ressourceneffizienz bei öffentlichen Liegenschaften erheblich verbessert.
➲ ist es uns gelungen, den berufsbedingten Pendelverkehr zu reduzieren und die nachhaltige Mobilitätswende voranzutreiben.
➲ haben wir weitere Maßnahmen für die Digitalisierung der Energieinfrastruktur angestoßen.
➲ hat sich die Landesregierung im Bereich Green-IT ambitionierte Ziele gesetzt, um bei steigendem Digitalisierungsgrad den Energiebedarf im IT-Bereich nachhaltig und effizienter zu gestalten.
➲ unterstützen digitalisierte Prozesse sowie die Bereitstellung digitaler Informationen die schnellere Umsetzung klimarelevanter Projekte.
© dardespot@iStock

Ausgewählte Vorhaben des Handlungsfeldes bis 2025
➲ Mit dem Projekt HydroZwilling RLP (ehemals VISDOM RLP) bauen wir ein neues Vorhersage- und Steuerungsmodell für die Simulation von Starkregen und Hochwasserereignissen in Rheinland-Pfalz auf.
➲ Das UmweltNAVI bündelt Umweltdaten für die Bürgerinnen und Bürger verständlich und transparent in einer App. Das Land Rheinland-Pfalz möchte in einem Verbund mit anderen Bundesländern eine Vielfalt an Umweltdaten von Rheinland-Pfalz niedrigschwellig mit Sachdaten und Kartendienst per App bereitstellen.
➲ Im Rahmen des Projekts Klimaschutzcontrolling RLP entwickeln wir ein Instrument, das die Koordination der Klimaschutzziele und Maßnahmen unterstützt, indem die Umsetzung der Maßnahmen erfasst, überprüft, analysiert und bewertet werden. Das Instrument visualisiert, je nach gewünschter Informationstiefe, den Fortschritt beim Klimaschutz.
➲ Die Energieförderplattform (EF RLP) wollen wir zur Fördermittelplattform im Bereich von Energie- und Klimaschutzmaßnahmen ausbauen. Ziel ist die Erstellung der (teil)automatisierten und zukunftsfesten integrierten EF RLP, insbesondere zur Erhöhung der Benutzerfreundlichkeit, Datenverfügbarkeit und -validität sowie Prozessoptimierung.
➲ Mit der neuen Koordinierungsstelle Klimabildung, die am Pädagogischen Landesinstitut eingerichtet wird, machen wir Angebote für Schulen im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) umfassend transparent und geben zugleich Impulse und beratende Unterstützung.
➲ Im Rahmen des Modellprojekts Dorf-Büros der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V. werden flexible, wohnortnahe Büros (Co-Working Spaces) in kommunalen und öffentlichen Einrichtungen gefördert.
